Geschichte anders erleben

BERTINI-Preis 2023 · Jugendfeuerwehr Hamburg

Die Landesjugendsprecher*innen der Jugendfeuerwehr Hamburg entwickelten ein Programm zur politischen Bildung ihrer jugendlichen Mitglieder, mit dem Ziel ihre demokratische Haltung zu stärken. Zum Angebot gehörte auch ein Wochenendseminar in der KZ Gedenkstätte Neuengamme

„Die meisten wussten zuvor wenig oder gar nichts über das Lager, deswegen war es sehr gut, das zu machen“

Rupert Kempe (18), Jugendfeuerwehr Hamburg

Welche Position hatte die Feuerwehr in der NS-Zeit? Was passierte damals auf dem Gelände des KZ-Neuengamme? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen sich Mitglieder der Jugendfeuerwehr Hamburg während eines Wochenendseminars in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers, unmittelbar vor den Toren Hamburgs. 30 Mitglieder der Jugendfeuerwehr bekamen die Chance, die Geschichte und die Schicksale des Lagers bei einem zweitägigen Aufenthalt selbst zu ermitteln und vermittelt zu bekommen. „Die meisten wussten zuvor wenig oder gar nichts über das Lager, deswegen war es sehr gut, das zu machen“, sagt der ehemalige Landesjugendsprecher Rupert Kempe (18).


Jonas Walzberg

Das Seminar mit dem Motto „Geschichte anders erleben“ war Teil eines Bildungsprogramms, dass die Landesjugendsprecher der Jugendfeuerwehr Hamburg initiiert hatten. Unter dem Titel „Nationalsozialismus und deren Folgen: Was können wir heute in der Jugendfeuerwehr tun, um uns zu schützen?“ gab es eine Reihe von Angeboten, die das Wissen der jungen Feuerwehrmitglieder erweitern und zum Nachdenken anregen sollte. „Wir haben in der Feuerwehr unsere Lehren aus der Vergangenheit gezogen, wir sind gegen jede Form von Unterdrückung und unsere Strukturen sind grunddemokratisch“, sagt Rupert. Das wollen sie den jüngeren Feuerwehrmitgliedern in ihrem Bildungsprogramm vermitteln, zu dem auch eine Führung durch den Bundestag in Berlin und der Besuch der KZ-Gedenkstätte Buchenwald gehörte.


Jonas Walzberg
Jonas Walzberg

„Es ist wichtig zu sehen, wie es damals war, um es in Zukunft anders zu machen“, sagt die ehemalige Landesjugendsprecherin Olivia Stübbecke (18), die sich gleichfalls für das Bildungsprogramm eingesetzt hat. „Wir wollten auch unsere eigene Geschichte als Freiwillige Feuerwehr aufarbeiten, denn sie war als Hilfspolizei den Nazis unterstellt“, sagt Rupert. Mit ihrem Engagement haben die Landesjugendsprecher einen wertvollen Beitrag gegen das Vergessen, Verdrängen und Verleugnen des Unrechts in der Vergangenheit geleistet.


„Es ist wichtig zu sehen, wie es damals war, um es in Zukunft anders zu machen“

Olivia Stübbecke (18), ehemalige Landesjugendsprecherin


Jonas Walzberg

Zur Laudatio


VIDEO

Mit dem Aufruf des Videos erklärst du dich einverstanden, dass deine Daten an YouTube übermittelt werden und du die Datenschutzerklärung gelesen hast.

Akzeptieren

Du magst diesen Artikel? Dann teile ihn gerne.

Bewerben