Zukunft positiv

69 Oberstufenschülerinnen und -schüler des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums setzten sich mit HIV-Infektion und Aids auseinander. Sie fanden das Thema so wichtig, dass sie daraus ein Theaterstück entwickelten und es aufführten.

Zukunft Positiv

     

Es sollte ein wichtiges, ein aktuelles Thema sein, das die Oberstufenschülerinnen und -schüler des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Harburg als Theaterstück aufführen wollten. Eine Veranstaltung im Rahmen der Aids-Präventionskampagne der Michael-Stich-Stiftung motivierte die Schülerinnen und Schüler des Kurses Darstellendes Spiel dazu, sich noch mehr mit dem Thema HIV und Aids auseinanderzusetzen. „Die Ärztin, die bei der Veranstaltung sprach, berichtete, dass es immer noch eine starke soziale Ausgrenzung von HIV-Infizierten gibt. Sie schilderte uns das Beispiel eines infizierten Grundschulkindes, das die Schule verlassen musste, weil die Eltern der anderen Schüler es nicht dort haben wollten", erzählt Philip Lange (19). Die Schülerinnen und Schüler informierten sich mit Zeitungsausschnitten, statistischem Material und Dokumentarfilmen, sie lasen Bücher von Erkrankten und schauten auch in die Foren von Betroffenen im Internet, „um zu erfahren, mit welchen Problemen sie zu tun haben", so Katharina Pollmann (19). Ein Schüler hatte einen HIV-Infizierten in seinem Bekanntenkreis und sprach mit ihm über das Leben mit dem Virus.

                          

Zukunft PositivNach ihren Recherchen waren sich die jungen Schauspieler einig, dass sie gegen die Diskriminierung von HIV-Infizierten und Aidskranken angehen wollen, „besonders für die Kranken ist es wichtig, dass sie ihre sozialen Kontakte bewahren können", erklärt Benita Eilers (19). Auch mit dem Klischee, dass Aids nur bestimmte Gruppen betrifft, wollten die Schüler aufräumen. Ebenso die von katholischer Seite ablehnende Haltung zum Kondom-Gebrauch thematisieren und vor allem Jugendliche darauf hinweisen, dass es auch heute, trotz neuerer Medikamente, wichtig ist, sich zu schützen. Denn die Medikamente können nicht heilen, sondern den Ausbruch von Aids nach einer Infizierung nur verzögern. Doch wie stellt man diesen ganzen Themenkomplex zusammenhängenden in einem Theaterstück dar?

               

Der Kursus entwarf mit Kursleiterin Sabine Hansen ein Grundgerüst mit vier jugendlichen Hauptpersonen. Die beiden Jugendlichen Roman und Julia sind verliebt ineinander, doch Roman trägt da HI-Virus in sich. Die beiden anderen Figuren Mario und Lena informieren sich über Aids und mit ihnen erfährt auch der Zuschauer mehr über Infizierung und Erkrankung. So wird die Geschichte entlang der Protagonisten mit vielen weiteren Aspekten erzählt.

               

„Wir haben uns in vier Kleingruppen aufgeteilt und die einzelnen Szenen geschrieben. Sie dann zusammenzusetzen, war wie ein Puzzlespiel", erinnert sich Lea Stüven (19). Eine eigens gebildete Skriptgruppe sorgte dafür, dass die Einzelteile überarbeitet und so zusammengefügt wurden, „dass der Ablauf flüssig ist", erklärt Reka-Katerina Hohensee (19). Herausgekommen ist ein vielschichtiges Stück, in dem es um Verrat und Ausgrenzung, aber auch um Freundschaft und das Zueinanderstehen geht. Emotionale Probleme, die etwa entstehen, wenn ein HIV-Infizierter von seiner Ansteckung erfährt und die anderen von ihm abrücken, wurden auch auf symbolischer Ebene dargestellt. Dazu wurden die Darsteller von Schülern unterstützt, die mit ihrem Orchester live Musik machten. Sowie vom Sportkurs, der einige Szenen tänzerisch darstellte. „Manchmal transportieren Bilder mehr als Worte, das ist mit den Choreografien gut gelungen", beschreibt Katharina das Stück.

  

ZUKUNFT POSITIV: 69 Oberstufenschülerinnen und -schüler des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums setzten sich mit HIV-Infektion und Aids auseinander. Sie fanden das Thema so wichtig, dass sie daraus ein Theaterstück entwickelten und es aufführten. Es ist ein vielschichtiges Stück geworden, in dem es um Verrat und Ausgrenzung, aber auch um Freundschaft und das Zueinanderstehen geht. Viele Nachmittage und Wochenenden wurden während eines Schuljahres für die Vorbereitung geopfert, doch schließlich hatte das Stück am 17. April 2008 im Rieckhof, einem Kulturzentrum in Harburg, vor rund 500 Zuschauern Premiere. Es kam ebenso gut an wie die beiden weiteren Aufführungen am 23. und 24. April. Urkunden und Scheck erhielten sie aus den Händen von Oliver Wibbe von Easynet Global Services

                

Neben Sabine Hansen, die Regie führte, hatten die Lehrerinnen Susanne Tewes die musikalische Leitung und Christel Berger die Begleitung der Sportgruppe übernommen, der Lehrer Hfenning Trost sorgte für die multimedialen Einspielungen. Damit das Stück mit 69 Darstellern reibungslos ablief, koordinierte Lea als Inspizientin die richtigen Einsätze. „Ich war sozusagen die Katastrophenmanagerin, habe die Leute auf die Bühne geschickt, wenn sie dran waren und Requisiten gesucht", bereichtet sie.

               

Viele Nachmittage und Wochenenden wurden während eines Schuljahres für die Vorbereitung geopfert, doch schließlich hatte das Stück am 17. April 2008 im Rieckhof, einem Kulturzentrum in Harburg, vor rund 500 Zuschauern Premiere. Es kam ebenso gut an, wie die beiden weiteren Aufführungen am 23. und 24. April. „Nach unseren Aufführungen war Aids auch an unserer Schule wieder ein Thema", erinnert sich Philip. Und das waren schließlich ihre Ziele: die Aufmerksamkeit für HIV wieder herzustellen und um mehr Toleranz für die Betroffenen zu werben.