BERTINI-Preisträger 2006
Auch das Jahr 2006 war ein Jahr, in dem sich Schülerinnen und Schüler aktiv für ein solidarisches Zusammenleben in Hamburg engagiert haben. Junge menschen haben sich gegen die Ausgrenzung von Menschen in der Stadt eingesetzt, sich couragiert gegen Unrecht und Gewalt von Menschen gegen Mensche in Hamburg gestellt, Erinnerungsarbeit geleistet und die Spuren vergangener Unmenschlichkeit in der Gegenwart sichtbar gemacht. Am 27. Januar 2007 sind die folgenden Preise im Ernst-Deutsch Theater in Hamburg vergeben worden:
_________________________
-
ZEUGNISSE DER ZERSTÖRUNG
In der Grund-, Haupt- und Realschule Charlottenburger Straße in Jenfeld kümmert sich jedes Jahr eine Klasse um das Mahnmal am Joseph-Carlebach-Platz. Es erinnert an die, von den Nazis zerstörte, größte norddeutsche Synagoge. Als die R8 das Projekt übernimmt, betreibt sie nicht nur die Pflege der Grünfläche, sondern folgt mit archäologischer Arbeit auch den Spuren der Geschichte.
mehr >> -
Aktiv gegen Nazis
Phyllis Albrecht (19) besucht das Albrecht-Thaer-Gymnasium und engagiert sich bei der Schülerzeitung. Als ihr bewusst wurde, wie aktuell das Thema Rechtsextremismus ist, wollte sie auch ihre Mitschülerinnen und -schüler darauf aufmerksam machen und organisierte ein dreitägiges Seminar.
mehr >> -
Yesim gehört zu uns!
Es war um 8 Uhr am Morgen des 3. April 2006, als die Polizei vor der Tür von Yesims Familie stand. »Ich habe am ganzen Leib gezittert«, erinnert sich die Schülerin der Ganztagsschule St. Pauli. Die Beamten wollten die Ausweise der Familie sehen. Doch die damals dreizehnjährige Yesim Karakadioglu, ihr älterer Bruder und ihre Mutter besaßen keine Aufenthaltsgenehmigung. »Seit meinem ersten Lebensjahr lebe ich mit meiner Mutter und meinem Bruder illegal in Deutschland«, so Yesim, die in der Türkei geboren wurde. Die Familie wohnte bei legal gemeldeten Verwandten.
mehr >> -
Spuren der Erinnerung
Eher zufällig wurde Justus von Grone auf die schwarzen Tafeln aufmerksam. Die Stahlplatten hängen an verschiedenen Stellen inHamburg, sie erinnern an die Orte des Widerstandes und der Verfol-gung in der Nazi-Zeit. Den damaligen Gymnasiasten motivierten sie zu einem außergewöhnlichen Fotoprojekt gegen das Vergessen.
mehr >> -
Vergesset uns nicht!
Die Theatergruppe des Gymnasiums Grootmoor wollte mehr wissen über die Kinderschicksale in der Nazi-Zeit. Die zehn Schülerinnen und Schüler befassten sich mit dem Alltag von Kindern im Ghetto von Warschau. Und sie besuchten die Gedenkstätte Bullenhuser Damm, in der an die Ermordung von 20 Kindern erinnert wird. Danach war den Schülerinnen und Schüler klar, wie sie ihre Erkenntnisse umsetzen wollten: mit einem eigenen Theaterstück zur Erinnerung an die Kinder im Holocaust.
mehr >> -
Die verbotenen Klänge der Freiheit
Die beiden Schülerinnen Nura Behjat und Gesa Schwabe wollten darauf aufmerksam machen, dass Jugendliche in der Nazi-Zeit inhaftiert wurden, nur weil sie gerne Swing und Jazz-Musik hörten. In einer umfangreichen Arbeit gingen die Abiturientinnen des Heisenberg-Gymnasiums der Geschichte der Harburger und Hamburger Swing-Jugend in der NS-Zeit nach.
mehr >> -
Ein Akt des Widerstands
Die Klasse 8a der Rudolf-Steiner-Schule in Wandsbek inszenierte die tschechische Kinderoper „Brundibár", ein Stück, das im KZ Theresienstadt mehrfach aufgeführt wurde und den Zusammenhalt der internierten Kinder stärkte. Die Wandsbeker Schüler befassten sich intensiv mit den Hintergründen und entwickelten ein erfolgreiches Bühnenstück.
mehr >>
Artikel drucken
Lesezeichen setzen